HPV-Prävention an Schulen

Schon vor Jahren hatte man in der Metropolregion Rhein-Neckar eine erfolgreiche Aktion zur Darmkrebs-Vorsorge-Untersuchung gestartet. "1000 Leben retten" heißt das nach wie vor brandaktuelle Projekt. Jetzt hat man sich von Seiten der Metropolregion und dem Gesundheitsnetz Rhein-Neckar-Dreieck den Gebärmutterhalskrebs vorgenommen. Mit einem Modellprojekt zur Impfung gegen diese Krebsform will man an sechs Grundschulen in Bensheim und Lampertheim zunächst mit freiwilligen Impfungen bei Mädchen zwischen neun und 14 Jahren beginnen.

Die Impfrate in Hessen soll, obwohl die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden, gerade einmal bei mageren 21 Prozent liegen. Durch eine Verdopplung der Impfrate könnte man alleine in der Rhein-Neckar-Region innerhalb von zehn Jahren 200 Leben retten, 600 Krebsneuerkrankungen verhindern und mehr als 10.000 Operationen vermeiden, heißt es.

Kein geringerer als Medizinnobelpreisträger Harald zur Hausen, der den Preis für die Erforschung und Entwicklung des Impfstoffes gegen die krebsauslösenden Humanen Papillomviren erhalten hatte, plädiert dafür, auch Jungen gegen die Viren zu impfen. "Erstens sind Jungen die Hauptüberträger der Viren. Und außerdem können die Viren auch bei Jungs Krebs im Rachenbereich oder im Afterbereich auslösen. Wir haben mit der Impfung die Chance, dieses Virus auszurotten", betont er, um gleichzeitig die Impfmüdigkeit der Deutschen allgemein anzuprangern. Ein Großteil aller Infektionen mit HPV lasse sich mit der Impfung verhindern. Allerdings muss die Schutzimpfung erfolgen, bevor eine Infektion erfolgt ist. Trägt eine Person die Viren schon in sich, was mit zunehmendem Lebensalter wahrscheinlicher wird, ist die Schutzimpfung unwirksam, weil die Viren-DNS in der menschlichen Körperzelle nicht mehr angreifbar ist.

Die erste Impfung soll an den Schulen im November 2015 verabreicht werden, die zweite Impfdosis folgt dann sechs Monate später im Mai 2016. "Das ist ein Lebensrettungs-Programm. Mit der Aktion wollen wir das Eis brechen", so Matthias Wilkes, Landrat des Kreis Bergstraße. Denn die niedrige Impfraten in Deutschland sind nur zum Teil auf geschürte Impfskepsis zurück zu führen. "Auch ein Mangel an Information spielt eine wichtige Rolle", so Christoph Bornhöft, einer der Ärzte, die die Impfungen in den Schulen verabreichen werden.

"Wir haben es hier mit einer der sichersten Impfungen zu tun, die wir kennen. Nur bei einer von 100 000 Impfungen kommt es zu ernsten allergischen Reaktionen, die unangenehm und unerfreulich sind, aber durchaus behandelbar", sagt der Heidelberger Nobelpreisträger Harald zur Hausen selbst. Zuvor hatte Sabrina Scherbarth als Betroffene von den physischen und psychischen Leiden, die mit einer solchen Erkrankung verbunden sind, berichtet. "Meine Tochter lasse ich impfen", sagt sie bestimmt.

 
Initiatoren und Partner:
Ärztenetz Gala e.V. | Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung | Bundesverband der  Frauenärzte e.V. |  Bundesverband  der  Kinder - &  Jugendärzte e.V. |  Deutsches Krebsforschungszentrum | Gesundheitsnetz Rhein - Neckar e.V. |  Hessische Krebsgesellschaft e.V. |  Hessisches Ministerium für Soziales und Integration | Kassenärztliche Vereinigung Hessen | Kreis Bergstraße | Metropolregion Rhein-Neckar GmbH | Päd-Netz Südhessen e.V.| Robert-Koch-Institut | Stiftung LebensBlicke

Hier können Sie einen Bericht zum Projekt herunterladen.

Hier finden Sie einen Pressespiegel zum Thema.

Einen Artikel zu diesem Thema aus der Zeitschrift FRAUENARZT können Sie hier herunterladen.

Einen Artikel der Frankfurter Rundschau, vom 18.05.2016 finden Sie hier.

 

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