11.11.2019

8. Offene Krebskonferenz

MITEINANDER REDEN - VERSTEHEN - GEMEINSAM HANDELN


Am 26. Oktober 2019 hat die 8. Offene Krebskonferenz bei schönstem Herbstwetter unter der Leitung der Hessischen Krebsgesellschaft e.V. in Frankfurt am Main stattgefunden.

Mehr als 400 Teilnehmer fanden den Weg in die großzügigen Tagungsräume des Uni Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt. Für diesen bedeutsamen Tag des Austauschs zwischen Experten, Betroffenen und interessierten Laien konnten wir mehr als 100 Referentinnen und Referenten gewinnen, welche in 31 Sitzungen laienverständlich über die neuesten Entwicklungen in der modernen Krebstherapie und Diagnostik sowie die Behandlungsmöglichkeiten einzelner Krebserkrankungsarten berichteten und darauf in Gesprächen vertiefend eingegangen sind.

Für die aktuellen Themen konnten regionale Referent/innen sowie aus den angrenzenden Bundesländern und Landes-Krebsgesellschaften rekrutiert werden.

Trotz voller Terminkalender ließen es sich Herr Gerd Nettekoven (Stiftung Deutsche Krebshilfe) und Herr Dr. Johannes Bruns (Deutsche Krebsgesellschaft e.V.) nicht nehmen, gemeinsam mit Frau Andrea Hahne (Haus der Krebs-Selbsthilfe–Bundesverband e.V.) und dem Gesundheitsdezernenten der Stadt Frankfurt am Main, Herrn Stefan Majer, die bereits am frühen Morgen versammelten Gäste persönlich zu begrüßen. Der Hessische Minister für Soziales und Integration, Kai Klose, begrüßte das Auditorium per Videobotschaft.

In dem sich anschließenden Eröffnungsvortrag hat Herr Prof. Dr. Hubert Serve (Universitätsklinikum Frankfurt) das Thema ‚Menschlichkeit in Zeiten des Fortschritts und dem damit bedingten Wandel der Krebsmedizin‘ ernsthaft und realitätsnah beleuchtet und löste damit große Resonanz wie auch Nachdenklichkeit bei den Zuhörern aus. „Angesichts der zunehmenden Komplexität der Krebsmedizin sind wir alle gefragt, uns auf die Basis einer guten Behandlung zu besinnen: Es gilt nicht nur, Vertrauen aufzubauen, sondern auch, es zu verdienen und Patienten nicht allein zu lassen. Es sind die zwischenmenschlichen Beziehungen, die uns in schweren Zeiten auffangen.
Die zu pflegen, muss ein wichtiges Ziel im Medizinbetrieb bleiben”, so Prof. Dr. Serve.

Zwischen den Sitzungen und anderen Programmteilen wurden zur allgemeinen Belebung Bewegte Pausen durch Frau Evi Lindner (Landessportbund Hessen) angeboten, die vom Publikum begeistert angenommen wurde.

Der Vormittag war ganz den Fachvorträgen zu den einzelnen Tumorerkrankungen und Themen der Psycho-Onkologie und der Nachsorge gewidmet, aber auch die Bedürfnisse der Langzeitüberlebenden und der sozialen Absicherung wurden kompetent betrachtet. Es wurde lebhaft diskutiert, was für uns ein wichtiges Signal war, dass die Themenwahl gelungen war.

Nach der Mittagpause gab Herr Dr. Friedrich Overkamp (OncoConsult. Hamburg GmbH) mit einer humorvollen Note Einblick in die Digitalisierung in der Onkologie.

Anschließend stellten sich verschiedene Fach- und Patientenvertreter einer lebendigen und kurzweiligen Podiumsdiskussion zum Thema: „Versorgung von Krebspatienten – sind wir auf einem guten Weg?“, welche von Herrn Prof. Gert Scobel, mit gleichnamiger Sendung im ZDF/3sat, moderiert wurde.Hierbei wurden durchaus auch kritische Beispiele in der Patientenversorgung angesprochen.

Auch der Nachmittag war mit interessanten Themen zur Rehabilitation, der Kommunikation mit Kindern zum Thema Krebs, Ernährung und Bewegung, Fragen der Komplementären Medizin wie auch Palliativversorgung interessant und abwechslungsreich gestaltet. Auch die kleineren Entitäten wie z.B. Kopf – Halstumoren fanden reges Interesse.

Teilnehmer, die selbst aktiv werden wollten, konnten in einem Praxis-Workshop des Deutschen Olympischen Sportbundes und des Landessportbundes Hessen ein sensomotorisches Training und ein Faszientraining absolvieren. Außerdem bestand die Möglichkeit zur Teilnahme an einer „achtsamen Reise durch den Körper“.

Der Informations- und Beratungsdienst der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Krebsgesellschaft, das INFONETZ KREBS, bot außerdem ganztägig die Möglichkeit einer individuellen Beratung an. Dieses Angebot wurde sehr gut angenommen.

Die allgegenwärtig spürbar gute Stimmung prägte die OKK von morgens bis zum frühen Abend, aber auch der von vielen Seiten gelobte lebhafte Austausch machte deutlich, dass das Motto „Miteinander reden – verstehen – gemeinsam handeln“ erfolgreich umgesetzt wurde.

Unser Dank gilt der Stiftung Deutsche Krebshilfe und der Deutschen Krebsgesellschaft für die finanzielle Unterstützung zur Realisierung dieser Veranstaltung, wie auch die organisatorische Zusammenarbeit. Darüber hinaus möchten wir auch allen Mitwirkenden, insbesondere den Sitzungsvorsitzenden, den Referentinnen und Referenten wie auch den Selbsthilfevertretern und – Vertreterinnen danken, welche maßgeblich für die Umsetzung des Veranstaltungsmottos waren. Alle Beteiligten haben ein weiteres Mal ehrenamtlich Ihr Wissen in den Dienst rund um die Onkologie zur Verfügung gestellt – herzlichen Dank!

Nicht zuletzt haben aber auch die rund 30 Aussteller aus Initiatoren, Selbsthilfe, Stiftungen u.a. wesentlich zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen. An den Informationsständen der Aussteller wurde dem Fokus auf den Austausch und den Dialog zwischen Professionellen und Betroffenen wie auch interessierten Laien Rechnung getragen.

 

 

 


Wir freuen uns auf die 9. OKK, welche im Jahr 2021 von der Saarländischen Landeskrebsgesellschaft ausgerichtet wird.

 

Prof. Dr. Christian Jackisch
Vorsitzender der Hessischen Krebsgesellschaft e.V.