28.05.2021

Empfehlungen zur COVID-19-Schutzimpfung bei Krebspatient*innen

Expertenempfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (Stand 19.5.21)


Die heterogene Gruppe der Krebspatient*innen mit ihren unterschiedlichen Diagnosen, Krankheitsstadien und Therapien sollte auch in Zeiten der COVID-19-Pandemie eine bestmögliche Behandlung bei gleichzeitigem Schutz vor zusätzlichen Infektionen, insbesondere mit dem SARS-CoV-2 Virus erhalten.
Zu den geeigneten Schutzmaßnahmen für Krebspatient*innen gegen den schweren Verlauf einer Infektion mit SARS-CoV-2 zählen neben der Einhaltung der üblichen AHA+L-Regeln [Robert Koch-
Institut, 2021] zum Selbstschutz die Möglichkeit, durch regelmäßige Tests mögliche Infektionsquellen im Umfeld der Patient*innen zu minimieren und Betroffene sowie deren Kontaktpersonen gegen COVID-19 zu impfen.
Auch wenn das Wissen zur Wirkung und zu Nebenwirkungen der COVID-19-Schutzimpfung in der Bevölkerung wächst, so ist die Datenlage zur COVID-Schutzimpfung in Krebspatient*innen keineswegs
gefestigt und viele Fragen können derzeit noch nicht eindeutig beantwortet werden.
Krebspatient*innen sollten daher vor einer Schutzimpfung gegen COVID-19 eine individuelle Beratung erhalten. Dabei sollten – neben dem Wunsch des/der Betroffenen – das Alter, die Erkrankung selbst,
das Krankheitsstadium, der Allgemeinzustand, die Begleiterkrankungen sowie zurückliegende und aktuelle onkologische Behandlungen berücksichtigt werden. Deshalb ist der/die behandelnde und informierte Onkolog*in/Arzt/Ärztin in diese Beratungen zwingend einzubinden. Stellt sich dabei heraus, dass eine Schutzimpfung gegen COVID-19 angeraten ist, dann sollte der/die Patient*in nach den Regeln der aktuellen Impfverordnung der Bundesregierung Zugang zu dieser Impfung erhalten.
Die folgenden Empfehlungen entstanden vor dem Hintergrund der Ergebnisse von Untersuchungen an der Allgemeinbevölkerung zur SARS-CoV-2 Impfung sowie den Erkenntnissen von Impfungen gegen
andere Viren und Bakterien, z.B. gegen das Influenza-Virus oder gegen Pneumokokken [Bitterman et al, 2018; Laws et al, 2020]. Sie werden regelmäßig durch aktuelle Erkenntnisse aus Studien ergänzt und
angepasst, um Ärzt*innen bei ihrer Beratung von Patient*innen zu unterstützen. Die Empfehlungen ergänzen kürzlich publizierte Expertenempfehlungen [Onkopedia-Leitlinien, 2021; von Lilienfeld-Toal
et al, 2021] und wurden von ausgewiesenen Expert*innen aus Onkologie und Hämatoonkologie entwickelt und konsentiert.

 

Die Empfehlungen finden Sie in beigefügtem Dokument.