Die Sache mit den Marmeladen.

Ich glaube, ich bin nur durch einen Zufall an die ganze Marmeladensache geraten. In einer  Comedy-Serie mit Cordula Stratmann ging es um selbstgemachte Konfitüren, war sehr lustig und das scheint bei mir hängen geblieben zu sein. Ein paar Tage später bin auf dem Offenbacher Wochenmarkt buchstäblich an einer Kiste Himbeeren hängen geblieben und habe noch am gleichen Tag die erste eigene Marmelade gekocht. Himbeere, weil Liebling. Himbeere mit Thymian und Rosmarin, weil meine Marmeladen etwas Besonders sein sollten. Familienprobe, gut! Mut, weitergemacht mit Johannisbeere-Aperol und Kirsche-Minze. Freundesprobe, gut! Ja, und dann habe ich den Herbst 2016 mit Früchten, Gelierzucker, Kräutern, Etiketten und Weck- Gläschen verbracht, Familie und Freunde versorgt, kleine Geschenke bereitet und Lob geerntet.

Im Jahr darauf habe ich natürlich weiter geköchelt, neue Rezepte ausprobiert, Erdbeeren mit rosa Pfeffer verbandelt, Pfirsiche in Campari gebadet oder Pflaumen mit Walnuss kombiniert. Einige Freunde haben mich schließlich gefragt, ob sie mir nicht das ein oder andere Glaserl abkaufen könnte, was mich verständlicherweise sehr gefreut hat. Meine Vorstellung von den „Jammys“ (so nenne ich meine Marmeladen: Jam + Yummy), war allerdings eine andere. Keine geschäftliche Angelegenheit sondern es sollte ein Hobby, eine Muse und Inspiration für mich bleiben. Meine Lösung ist daher einfach und idealfür alle. Ich mache Freunden, Bekannten und Interessierten in einem bunten Flyer Lust auf meine kleine Geschmacksbomben. Wer Lust hat, kann mir einen kleinen Obolus nach eigenem Gusto spenden. Was nach Abzug der Materialkosten am Ende der Saison in der Jammy Box übrig bleibt, spende ich der Hessischen Krebsgesellschaft.

In der vergangenen Früchte Saison 2017/18 habe ich 18 verschieden Sorten Jammys eingekocht, von Aprikose-Mandel bis Zitronengelee, und mit 27 genussliebenden Menschen eine Spendensumme von 302,25 € erschlemmt. Ich bin stolz, das Ergebnis der süßen Schlemmerei auch dieses Jahr wieder an die Hessische Krebsgesellschaft zu spenden.

Nach meiner eigenen Krebsdiagnose im Frühjahr 2014 haben die Mitarbeiter der Krebsgesellschaft in Frankfurt und Wiesbaden durch sachliche und praktische Informationen zu sozialen und medizinischen Fragen, einen sehr wertvollen Beitrag zur Bewältigung unserer Krise geleistet. Insbesondere aber der psychologische Beistand und die emphatische Betreuung haben mich persönlich sehr gestützt und mich um Kampf gegen den Krebs gestärkt. Das Projekt  „Jammy“ ist letztlich auch ein Resultat im Umgang mit der Krankheit: Stärke Dich durch Positives. Erkenne was Du alles kannst aber noch nicht kennst. Nehme Anerkennung von Dir selbst und Deiner Umwelt an.

Krebs mag keine Himbeeren.

     Peter Görzel,
     Offenbach im Mai 2019

 

Hier können Sie sich einen Flyer zu den kreativen Kreationen aus dem vergangenen Jahr anschauen.

 

 

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